Dr. med. Cherin Kistner PLASTISCHE & ÄSTHETISCHE CHIRURGIE Am Gräslein 12, 90402 Nürnberg Tel. (0911) 21 444 55 Fax (0911) 21 444 42 www.plastischechirurgie-kistner.de info@plastischechirurgie-kistner.de
Ordentliches Mitglied in der Vereinigung der deutschen Plastischen Chirurgen (VDPC)
Operative Brustvergrößerungen mittels Brustimplantaten aus Silikon werden seit Anfang der 60er Jahre durchge
führt. In den letzten Jahrzehnten wurde von den vertreibenden Implantatfirmen ständig an einer Verbesserung von Material, Oberflächenbeschaffenheit, Form und Haltbarkeit gearbeitet. Heute kommen neben Kochsalzimplantaten
fast ausschließlich mit Silikon gefüllte Implantate zum Einsatz.
Silikon ist ein Element , welches in der gesamten Natur vorkommt. In der Medizin findet es seit langem in künstlichen Linsen am Auge, in künstlichen Herzventilen, Tracheotomieröhren und vielen anderen ärztlichen Werkzeugen
Verwendung. Die heutigen Silikonimplantate bestehen nicht mehr, wie zu Anfang aus flüssigem Silikon, welches im
Falle eines Silikonaustritts problemlos in das umliegende Gewebe austreten und sich gar im Körper verteilen kann. Die Silikonmoleküle sind derart vernetzt, dass ein gelartiges Material entsteht, welches im Falle eines Gewebekontaktes an Ort und Stelle verbleibt.
Anzeichen auf die Entstehung von Arthritis, Rheumatismus oder anderen Autoimmunkrankheiten im Zusammenhang mit Silikonimplantatbenutzerinnen haben sich in mehreren Studien nicht bestätigt. Auch ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko konnte in den bisher durchgeführten Untersuchungen nicht bestätigt werden. Entsprechende Untersuchungen kann ich Ihnen bei bestehendem Interesse gern zur Verfügung stellen.
Trotz einer weitgehend berechtigten Bedenkenlosigkeit bei der Wahl eines Silikonimplantates sind derzeit noch andere „Füllmaterialien“ auf dem Markt: mit Salzlösung oder Hydrogel gefüllte Implanate. In jedem Falle allerdings
findet sich eine feste Hülle aus Silikon.
Nichtsdestotrotz kann ein Silikonimplantat Gesundheitsbeschwerden hervorrufen, wie beispielsweise die Entstehung einer Kapselkontraktur, das bedeutet einer teils recht schmerzhaften Schrumpfung der sich um das eingebrachte Implantat gebildeten Kapsel. Das Vorkommen einer derartigen Kapselkontraktur, welches unterschiedliche Beschwerdebilder von einer leichten Verhärtung der Brust bis zu starken Schmerzen verursachen kann, wird in der Literatur von 2% bis 20% angegeben. Ursachen können nicht erkannte Infektionen oder ein zu enges Implantatfach
sein. Ob das Implantat eine glatte oder aufgerauhte ( texturierte) Oberfläche hat, scheint keine Rolle zu spielen.
Eine erneute Operation mit Spaltung oder vollständiger Entfernung der Kapsel wäre dann im Einzelfall erforderlich.
Schon aus diesem Grund ist eine Operation mit Brustvergrösserung vor allem bei sehr jungen Frauen gründlich zu überlegen. Die Hersteller geben zwar seit einiger Zeit eine „lebenslange Garantie“ auf ihre zu verkaufenden Implantate, dennoch muss eine junge Frau damit rechnen, im Laufe ihres Lebens sicher 2-3 Mal eine Narkose mit operativem Eingriff vornehmen lassen zu müssen. Sehr positiv ist die ständige Weiterentwicklung des Brustimplantate. Die augmentierte Brust fühlt sich mit dem Inhalt des gelartigen Silikons sehr „echt“ an, eine anatomische Form der Implantate gewährleistet ein wesentlich natürlicheres Aussehen der Brust und auch die Grösse ist aufgrund der bestehenden Vielfalt sehr variierbar.
Das Brustimplantat kann auf verschiedene Weise eingesetzt werden, z. B.
-über die Unterbrustfalte mit einer verbleibenden Narbe von 4 - 5cm,
Je nach Größe der Brust kann das Implantat vor oder hinter den Brustmuskel plaziert werden. Besteht nur wenig Drüsengewebe, ist es immer sinnvoll, das Implantat hinter die Brustmuskulatur einzubringen, da es sonst tast- oder sogar sichtbar wäre. Bei ausreichend großem Drüsenkörper kann das Implantat vor die Brustmuskulatur bzw. hinter die Brustdrüse eingebracht werden. Mindestens zwei ausführliche Gespräche über die Möglichkeiten und Grenzen des Eingriffs sind in jedem Falle unabdingbar. Der behandelnde Arzt wird die optimale Grösse des Implantates nach einer speziellen Messmethode bestimmen und mit der Patientin Art und Form des Implantates genau festlegen.
Über die möglichen Komplikationen während und nach der Operation müssen Sie detailliert aufgeklärt werden, z. B.:
- Wundinfektion
-Nachblutung
- Wundheilungsstörungen
-Postoperative Schmerzen
-Spannungsgefühle
- Kapselfibrose ((Vorkommen ca. 2% unabhängig von der Implantatart) (glattes oder aufgerauhtes))
-Silikonome
-Brustasymmetrie
-Gefühlsstörungen
- Verdickte Narben
Nach der Operation wird ein spezieller BH verordnet. Dieser sollte möglichst kontinuierlich und insgesamt sechs Wochen lang getragen werden, bis sich eine dünne Kapsel um das Implantat gebildet hat und es im umgebenden
Gewebe fixiert ist. In den ersten sechs Wochen sollte auch auf sportliche Aktivitäten im Brustbereich verzichtet
werden. Die Wundheilung wird nach zwei Wochen abgeschlossen sein. Die vollständige Narbenheilung mit verbleibender Narbe ist allerdings erst nach etwa einem Jahr beendet. Nach einer in den ersten Monaten regelmäßig auftretenden Rötung und leichten Verhärtung wird dann in der Regel nach einem Jahr nur noch eine strichförmige, weitgehend hautfarbene Narbe zu sehen sein.